Verhalten im Alarmfall

fsb - Aktuelles

Sanierung Rüstungsaltlast Dethlinger Teich

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Kinder und Jugendliche,

bei der sogenannten „Teichöffnung“ vom September 2019 bis März 2020 wurden insgesamt 2.552 Kampfstoffgranaten geborgen, zur bundeseigenen GEKA in Munster abgefahren und mittlerweile schadlos vernichtet. Auf Basis der Teichöffnung wird für die Sanierung als Planungsgrundlage von 30.000 Stück Kampfstoff-Kampfmittel ausgegangen. In Verbindung mit den 6.000 Stück, die die GEKA pro Jahr annehmen und vernichten kann, ergibt sich eine Sanierungsdauer von 5 Jahren. Die Sanierung des Dethlinger Teiches wird am 14.08.2023 starten und mit den oben genannten Annahmen 5 Jahre dauern und somit theoretisch im Sommer 2028 beendet werden.

Kampfmittelräummaßnahmen im Allgemeinen und Räummaßnahmen mit Kampfstoffmunition im Speziellen erfordern aufgrund der denkbaren Gefährdungen die Einhaltung zahlreicher Sicherheitsbestimmungen. Hierzu zählt unter anderem auch der Bevölkerungsschutz – also von Ihnen und Euch. Aus diesem Grunde wird für die Dauer der „gefährlichen Arbeiten“ wieder ein Sperrgebiet von ca. 900 m um den Teich herum ausgewiesen. Dieses Sperrgebiet umfasst auch die Bundesstraße 71, die zwischen der Kreuzung Dethlingen und dem westlichen Ortsausgang von Oerrel voll gesperrt wird. Im Gegensatz zur Teichöffnung gilt die Sperrung aber nur während der „gefährlichen Arbeiten“ (Montag bis Freitag; 7 bis 17 Uhr), so dass die B 71 morgens bis 7 Uhr und nachmittags ab 17 Uhr sowie am Wochenende, an Feiertagen während der Sommerpause genutzt werden kann.

Die Sanierung findet in einer 97 m x 106 m großen Stahlbauhalle statt. Die Halle ist praktisch „luftdicht“ und verfügt über eine leistungsstarke Abluftreinigungsanlage, so dass auch bei einer undichten Kampfstoffgranate kein Kampfstoff nach außen dringen kann. Die Ausweisung des oben genannten Sperrgebietes basiert auf einer „Worst-Case-Annahme“; also einem extrem unwahrscheinlichen, aber theoretisch doch möglichen Ereignis. Wie bei der Teichöffnung haben die Fachleute nach intensiver Beratung wieder die Detonation einer Sprengstoff-Granate gewählt, die eine Kampfstoffbombe mit 100 l Kampfstoff zerstört. Als Konsequenz könnte bei ungünstigen Witterungsbedingungen außerhalb der Bergungshalle eine gefährliche Kampfstoffwolke entstehen, die eine maximale Ausdehnung von rd. 900 m erreichen könnte.

Die geborgene Kampfstoffmunition wird auch bei der Sanierung täglich zur GEKA abgefahren. Dieser Transport erfolgt mit Spezialfahrzeugen der GEKA und des Niedersächsischen Kampfmittelbeseitigungsdienstes (KBD). Die Transportbehälter sind eigensicher, das heißt auch wenn die Munition im Behälter explodieren würde, kann nichts nach draußen dringen. Begleitet wird der Munitionstransport durch weitere Sicherungsfahrzeuge; unter anderem während der Räumarbeiten stets anwesenden Notarzt sowie zwei erfahrenen Sanitätern des DRK nebst Rettungswagen.

Postanschrift: Vogteistraße 19, 29683 Bad Fallingbostel, Telefon 05162 970-200, Telefax 05162 970-900200
E-Mail: landrat@heidekreis.de

Wie die Hochwasser-Katastrophe 2021 im Ahrtal zeigte, ist ein funktionierender Katastrophenschutz für eine Gesellschaft unabdingbar. Neben Hochwasser können aber auch andere Ereignisse wie Waldbrand, ein Gefahrgutunfall auf der Straße bzw. der Eisenbahn oder auch ein Flugzeugabsturz jederzeit eine Katastrophenlage darstellen. Zuständig für den Katastrophenschutz im Heidekreis ist die Verwaltung des Heidekreises. Wie bei der Teichöffnung waren die Kolleginnen und Kollegen der Katastrophenschutzbehörde auch bei der Vorbereitung der Sanierung eingebunden.

Eine besondere Bedeutung für den Katastrophenschutz und somit Ihrer/Eurer Sicherheit haben die Sirenenanlagen in den Ortschaften. Wichtig für Sie/Euch sind folgende Signale:

  • Eine Minute Heulton (auf- und abschwellender Ton) ist das für alle wichtige Warnsignal mit der Bedeutung:
    ALLE begeben sich in die Häuser. Fenster und Türen schließen. Rundfunkgeräte (NDR 1 – Radio Niedersachsen, NDR 2, Antenne Niedersachsen, FFN) einschalten – auf Durchsagen des Radios achten und am Handy die BIWAPP – Bürger Info & Warn App einschalten!

Beim Ertönen dieses Heultons benachrichtigen Sie/benachrichtigt Ihr bitte umgehend Ihre/Eure unmittelbaren Nachbarn und möglicherweise draußen spielende Kinder und begeb(t)en sich/Euch dann bitte unverzüglich in ein befestigtes Haus. Alle Türen und Fenster sind zu schließen und eventuelle Luftansauganlagen bei Heizungen abzustellen. Bleiben Sie/bleibt Ihr solange im Haus, bis Sie/Ihr offiziell von Polizei, Feuerwehr, Kampfmittelräumdienst oder über das Radio aufgefordert werden, wieder ins Freie zu treten. Bitte ohne Entwarnung keine unüberlegten Schritte durchführen. Im geschlossenen Haus sind Sie/seid Ihr am sichersten.
Die sogenannte Entwarnung erfolgt mit einer Minute Dauerton und parallel durch Rundfunkdurchsagen.

Auf der Homepage des Heidekreises finden Sie/findet Ihr unter
https://www.heidekreis.de/home/gesundheit-soziales/rettungsdienst-und-katastrophenschutz/hinweise-zum-sirenenalarm.aspx


weitere Hinweise.

Neben BIWAPP
https://www.heidekreis.de/home/gesundheit-soziales/rettungsdienst-und-katastrophenschutz/selbstschutz-und-notfallvorsorge-biwapp/buerger-informations-und-warn-app-biwapp-zur-kurzfristigen-warnung-und-schnellen-information.aspx


gibt es auch für Handys die Warn-App NINA vom Bund:
https://www.bbk.bund.de/DE/Warnung-Vorsorge/Warn-App-NINA/warn-app-nina_node.html

  • Eine Minute Dauerton, zweimal unterbrochen, ist das Alarmsignal für die Feuerwehr, mit dem bei Bedarf die Einsatzkräfte alarmiert werden.

Als Besonderheit wurden die beiden Sirenen in Oerrel für die Teichöffnung erweitert. Sie können neben den oben beschriebenen Signalen auch Sprachdurchsagen senden. Im Falle eines Schadstoffaustrittes am Dethlinger Teich würde auch eine Sprachdurchsage vor einer möglichen Kampfstoffwolke warnen.

Bitte sprechen Sie mit Ihren Freundinnen, Freunden, Nachbarinnen und Nachbarn über die anstehende Sanierung, die Bedeutung der Sirenenanlagen und die ergänzenden Warn-Apps für Handys.

Für Ihre/Eure Unterstützung bedanke ich mich ganz herzlich.

Mit freundlichen Grüßen

Ihr/Euer Landrat
Jens Grote